Zum Reisebericht

Sri Lanka ein Land mit fantastischen Landschaften freundlichen Menschen und Chaotischen Städten


Vorab möchte ich sagen, dass ich noch nicht allzu oft eine Asienreise unternommen habe. Meine erste Asienreise führte mich 1992 mit Wikinger - Reisen nach Nepal. 2005 bin ich dann nach Thailand gefahren - ein für mich fantastisches Land. Nun wollte ich wieder eine Fernreise unternehmen und da die Flüge nach Sri Lanka gerade günstig waren, nutzte ich die Gelegenheit. Mir war schon klar, dass ich nicht die Gegebenheiten wie in Thailand erwarten konnte.


Mein ganz persönlicher Eindruck einer Reise


Sonntag

Die Ankunft 17.30 Uhr, dunkel strömender Regen mehrere Taxi und Tuk- Tukfahrer die mir alle helfen wollen. Ich will nach Negombo etwa 16 km vom Flughafen entfernt - und steige in einen Bus der mich erst einmal zum Busbahnhof bringt. Als ich mich erkundige, wird mir von allen Seiten berichtet, dass kein Bus mehr nach Negombo fährt und ich solle ein Tuk-Tuk nehmen. 800 Rupien müsse ich bis bis Negombo Beach einplanen. Nach einigem Herumfragen fahre ich für 600 Rupien in strömendem Regen durch die Dunkelheit, vorbei an unbeleuchteten Radfahrern und Fußgängern. Die Hitze und der Gestank der Straße sind unerträglich. Glück gehabt, gut angekommen, was nun? Erst einmal ein Bier trinken und die Gegebenheiten auf mich einwirken lassen. Irgendwie bin ich nun hier und muss die nächsten drei Wochen in diesem Land verbringen. Mit einem Pärchen aus Deutschland unterhalte ich mich gut, bestelle mir Curry mit Reis. Es wird eine Portion Reis serviert. Die Beilagen bestehen aus verschiedenen gut gewürzten Gemüsearten und befinden sich in kleinen Schüsseln. Das Essen schmeckt gut. F ür 900 Rupien nehme ich dort auch gleich ein Zimmer. Das Zimmer ist groß und sauber, das Moskitonetz hat zwar ein paar Löcher, aber die sind mit Heftpflaster schnell verschlossen. Der Ventilator rasselt über mich und ich entschließe mich, den nächsten Tag in Negombo zu verbringen.

Montag

Schräg gegenüber von meinem Gästehaus neben dem Hotel SilverSands ist ein Fahrradverleih, wo ich mir ein Fahrrad für 200 Rupien ausleihe. Ich radle los in Richtung Kattuwa. Abseits von der Hauptstraße sieht man zwischen wohlhabenden Häusern auch sehr ärmliche Lehmbehausungen. Ich kehre um und fahre in die andere Richtung. Der Strand ist sehr dreckig - nur unmittelbar an Hotelbereichen erträglich. Ich komme am Fischmarkt vorbei, ein abstoßender Gestank kommt mir entgegen. Aber man gewöhnt sich an alles, die Menschen sind sehr freundlich, ich mache auf dem Markt viele Bilder. Dann fahre ich weiter zum Zentrum, was ich einfach nur grässlich finde. Für den nächsten Tag bestelle ich mir ein Taxi, das mich für 600 Rupien zum Bahnhof fahren soll. Morgen will ich nun endlich mit dem Zug nach Kandy.

Dienstag

Es ist 7 Uhr und ich fahre zum Bahnhof. Ich habe Glück 8 Uhr fährt ein Zug nach Colombo. Die Leute im Zug sind alle sehr freundlich. Es sind nun zwei Stunden vergangen und ich bin in Colombo. Meine Weiterfahrt ist um 10:50 Uhr und ich wage einen Ausflug zur Stadt. Für mich ist es ein Schock. Eine so hässliche von Menschenmassen bevölkerte und Abgasen vernebelte Stadt habe ich noch nicht gesehen. Der Verkehr versinkt in einem Chaos. Gleich gegenüber vom Bahnhof befinden sich Straßen mit zahlreichen Händlern, die ihre Waren anpreisen. Ich komme an einem Fleischhändler vorbei, spätestens jetzt wird mein Entschluss bestärkt, vorerst kein Fleisch in Sri Lanka zu essen. Auf dem Bahnhof stehen schon mehrere Touristen. Ein Bahnarbeiter sammelt von Touristen Geld ein und legt einen Reifen auf den Bahnsteig. Er gibt noch Anweisungen und bei mir klingelt es. Tatsächlich hält dann die Wagontür genau dort, wo die Touristen und natürlich auch ich stehe. Mein Zug fährt pünktlich 10:50 ab, vorbei an den Vorstadt-Slums, viele Häuser stehen durch den Monsun im Wasser. Ich habe Glück. Ich habe einen Sitzplatz gefunden und kann entspannt die Landschaft genießen. Es erscheinen die ersten Reisfelder. Die Landschaft wird sehr schön. Im Zug laufen ständig Händler umher, die Obst und Teigtaschen (Roty) anbieten. Man erkennt den Inhalt an den außen befindlichen Krabben. Der Zug windet sich durch enge Täler an Teeplantagen und Wäldern vorbei. Die Zugfahrt ist ein Erlebnis. Gegenüber vom Bahnhof in Kandy laufe ich die Straße hinauf und komme zum Kandysee wo auch nach 15 Minuten der erste Abzweig zu den Gästehäusern kommt. Für 1500 Rupien entscheide ich mich im Gästehaus Lakshimi Guest House Palmgarten 2 zubleiben. Vor allem deshalb, weil ich dort nicht der einzige Rucksacktourist bin. Ich sehe mir ein weiteres Gästehaus an, Lac Bungalow. Ein sehr schönes Gästehaus, im Kolonialenstil eingerichtet. Am Abend lerne ich Peter und Udo aus Deutschland kennen, wir trinken einige Biere und unterhalten uns bis in die Nacht.

Mittwoch

Um 7 Uhr bin ich abmarschbereit und möchte heute den Zahntempel besuchen. Nicht weit von unserem Gästehaus gehe ich in einen kleinen Imbiss, der von einer Familie geführt wird, frühstücken. Ich bewältige die mehrfachen Sicherheitskontrollen am Tempel. Im Tempelbezirk wird hinduistischen und buddhistischen Heiligtümern gehuldigt. Man sieht und spürt das religiöse Leben. Den heiligen Zahn kann man nur zu den Pujazeiten, 5:30, 9:30 oder 18:30, besichtigen. Ich drehe noch eine Runde oberhalb der Tempelanlage. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Zahntempel, dann laufe ich an vielen Militärposten vorbei in Richtung Stadt. An den Verkehr, Menschenmassen und den Geruch der Stadt habe ich mich nun gewöhnt. Auf den Fußwegen sieht man Bettlerinnen mit verwahrlost aussehenden Kindern. Die Häuser sind wie überall in den Städten Sri Lankas in einem erbärmlichen Zustand. Wenn man nach oben blickt, kann man noch den kolonialen Ursprung erkennen

Donnerstag

Ich schließe mich einer Tour, die Peter mit dem Tuk-Tuk machen möchte, an. Der Botanische Garten ist ein weitläufiges Arial mit mehreren Gewächshäusern. Ob man sich ihn wirklich ansehen muss? Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Weiter geht es zur Teefabrik, man macht mit uns eine interessante Führung. Weiter mit dem Tuk-Tuk zum Elefantenwaisenhaus. Der Eintritt kostet 2000 Rupien und dafür gibt es Touristenrummel pur. Man wird aufgefordert, die Elefanten doch mal anzufassen bzw. sich neben ihnen fotografieren zu lassen und schon wird die Hand aufgehalten. Bei den Betreuern beulen sich schon die Taschen von den Geldscheinen. Ich kann eigentlich nur von einem Besuch abraten. Mein Begleiter war auch enttäuscht und fand die Behandlung der Tiere auch nicht gerade vorbildlich. Es ist eben alles Show. Nun wollten wir noch das Baden der Elefanten im Fluss miterleben. Doch es kommt ein Wolkenbruch, der die Gegend im Nebel erscheinen lässt und die Show fällt aus. Auf dem Rückweg halten wir an einem Kräutergarten. Man führt uns herum und erklärt uns welche Kräuter man gegen bestimmte Krankheiten verwendet. Natürlich will man uns völlig überteuerte Tinkturen und Kräutermischungen verkaufen. Als man merkt, dass wir am Kauf kein Interesse haben, wird man unhöflich und wir spenden nicht einmal etwas Geld für die Führung. Da der Regen nicht aufhört und die Straßen zum Teil durch Erdrutsche unpassierbar sind, fahren wir zu unseren Quartier.


Freitag

Es ist 8:20 Uhr und ich sitze im Zug nach Ella. Im Speisewagen setze ich mich an ein Fenster auf den Fußboden. Langsam überwindet der Zug die Höhe, um endlich am höchsten Ort - Nuwara Elya in 1890 Meter Höhe - anzukommen. Es nieselt und der Ort liegt im Nebel. Auch ist es ziemlich kalt. Ein Mann läuft durch den Zug und verkauft Mützen. Die Kinder sind eingemummelt und haben Strickmützen mit Ohrenschützern auf dem Kopf. Abwärts geht es durch Urwald und einsame Gegenden. Die Bahnlinie verläuft über unzählige Brücken und durchquert viele Tunnel. Oft steigen Händler zu, die ihre Waren anbieten. Die Zugfahrt ist fantastisch, ein Erlebnis. Ich empfinde Ella als einen kleinen ruhigen Ort, mit wenig Verkehr. Endlich bin ich dem Chaos entronnen. Die Temperaturen sind angenehm. Von meinen Reiseführer inspiriert, suche ich das Gästehaus „Rock View Guesthouse“. Es ist ein schönes Haus mit Blick auf das Tal. Für 1000 Rupien bekomme ich ein ordentliches Zimmer mit einer warmen Duschmöglichkeit. Die Gastgeberin ist sehr freundlich. Man ist zum Mitkochen gerne eingeladen. Am Abend sitze ich mit einem französischen Ehepaar, einer Frau aus Deutschland und einem Schweizer gemeinsam am Tisch. In dem Gästehaus gibt es, wie jeden Abend, Curry mit Reis. Das Essen ist sehr schmackhaft und besteht aus sieben Schüsseln mit Gemüse und Chips.

Sonnabend (Wandervorschlag)

Gegenüber vom Gästehaus laufe ich eine Straße hoch, wo nach etwa 1km ein Weg rechts beginnt, der zum kleinen Adams Peak führt. Der Abzweig ist ausgeschildert. Ich bin oben angekommen und habe eine herrliche Aussicht. Endlich kann ich die Natur genießen. Mit meiner Kamera fotografiere ich viele Blumen. Die Ruhe ist idyllisch. Von weitem sieht man die Teefabrik. Ich laufe durch die Teeplantage und sehe wie zwei Männer aus einem Baumstamm mit der Hand mühevoll Bretter sägen. Unterhalb der Fabrik überquere ich die Straße und laufe weiter entlang an Teeplantagen bis ich unten eine Eisenbahnbrücke aus Stein sehe. Ich steige hinab und eine Tamilenfamilie lädt mich zum Tee ein. Die Frau ist mit zwei Jungen zuhause. Wenn man in das Haus eintritt, steht man in einem großen Zimmer, von dort gibt es rechts ein weiteres Zimmer und links befindet sich die Küche. In der Küche steht ein kleiner Schwarzweisfernseher – es läuft gerade ein Film. Man zeigt mir ausgedruckte Fotos, die ein Tourist aus England geschickt hat, auf denen die Familie abgebildet ist, und man bewirtet mich mit einer Honigmelone. Ich mache Fotos, verabschiede mich und laufe zu der Brücke hinunter, die ich überquere. Nun laufe ich den linken Weg, der Richtung Ella führt. Es sind etwa 30 Minuten vergangen und ich bin in Ella. Nun fängt es auch wie bisher jeden Nachmittag an zu regnen. Was für eine Überraschung: Udo hat sich im selben Gästehaus einquartiert.

Sonntag(zweite Woche)

Mit Udo laufe ich in Richtung Bandarawela entlang der Bahnschienen bis kurz vor das Zeichen Abschnitt 166 1/4 km. Dann geht ein kleiner Weg links ab, der dann über einen Bach führt. Wir kommen durch eine kleine Siedlung und steigen einen steilen Weg zum Berg Ella Rock auf. Wir haben oben leider keine Sicht, alles ist im Nebel. Wir kehren um. Es ist Nachmittag und ich laufe die Straße in Richtung Wasserfall, rechts führt ein Weg zu einem kleinen buddhistischen Tempel, den ich mir anschaue. Um in das Innere zu gelangen muss man im daneben befindlichen Gebäude nachfragen. Im Inneren ist er sehr unscheinbar. Weiter geht es zum Wasserfall, dort tummelt sich eine Herde von Affen die auf den Steinen am Fluss sitzen. Sie versuchen Lebensmittel von dort befindlichen Händlern zu stehlen. Es gibt mehrere Stände wo man Halbedelsteine zum verkauf anbietet. Für den Rückweg nehme ich den Bus der von dort jede halbe Stunde fährt

Montag

Ich wandere durch Seitentäler in Ella durch Tamilendörfer und Teeplantagen. Überall begegnen mir freundliche Menschen. Ich komme an einer Tamilenschule vorbei. Für Schulbildung ist selbst in entlegenen Dörfern gesorgt. Es ist Nachmittag und ich tausche ich in einer Bank Geld. Der Kurs ist zurzeit wieder mal günstig 145 Rupien für einen Euro. Die Prozedur dauert wie immer lange, der Pass wird kopiert und ein Formular ausgefüllt. Man muss unter anderen angeben, in welchem Gästehaus man sich befindet.
Ich spaziere durch den Ort und sehe viele Gästehäuser und Touristen. Es gibt hier sogar zwei Minimarket.

Dienstag

Ich möchte nach Haputalle. Unterwegs nach Bandarawela, sehe ich mir den buddhistischen Dowa-Tempel an. Es ist ein Felsentempel. Die ältesten Malereien stammen aus dem 17 Jahrhundert. Das Kloster ist bekannt für seine 10 m hohe, aus Granitfelsen geschlagene, Buddha-Statue. Sie soll von dem in Anuradhapura residierendem König Vattagamani Abhaya (89-77 v.Chr.) gestiftet worden sein. Ich werde von einem Mönch durch die Räume begleitet. Ich fahre weiter mit dem Bus nach Bandarawela und bekomme gleich den Bus nach Haputalle. Haputalle liegt im Nebel und es nieselt. Ich suche das Gästehaus „Sri Lak View Holiday Inn“, welches mir am Vortag empfohlen wurde. Für 1100 Rupien habe ich ein sehr schönes Zimmer mit einem kleinen Balkon. Was will man an so einen Tag machen? Ich stülpe mir meinen Regenponcho über und laufe durch den Ort. In den vielen kleinen Läden und Handwerksbetrieben pulsiert das Leben. Man sieht hier viele moslemisch gekleidete Menschen. Aber auch viele Männer tragen das Tilak und die Frauen das Bindi (das dritte, spirituellen Auge im Hindu Glauben). Zwei aufdringliche Hindupilgerinnen laufen Barfuss mit einer Sammelbüchse von Geschäft zu Geschäft. Den Ort finde ich gar nicht so uninteressant. Vor allem die vielen aneinander gereihten Handwerkerräume. In einem gut besuchten Imbiss werde ich meiner Entscheidung, in Sri Lanka kein Fleisch zu essen, untreu und kaufe mir zwei Roty. Roty sind Teigtaschen, die in heißem Öl gebacken werden. Sie sind noch ganz heiß mit Salat, Ei und etwas fleischigem gefüllt und schmecken sehr gut. Auch die Schärfe ist noch erträglich. In einem speziellen Laden für alkoholische Getränke kaufe ich mir noch zwei Bier und setze mich in meinen Zimmer auf den Balkon.

Mittwoch(Wandervorschlag)

Es ist noch dunkel und ich werde das erste Mal vom Lärm des Muezzins durch seine Rufe über einen blechernen Lautsprecher geweckt. Mein Früstück besteht aus zwei Stück Kuchen die ich mir in einem Backgeschäft gekauft habe. Ich laufe die Straße bis zum Benediktiner Kloster, das nur am Wochenende geöffnet hat. Ich sehe am Eingang stehend links einen schmalen Weg, den ich nun oberhalb am Kloster entlang gehe. Der Weg führt durch Wald, mal ist der Weg schmal mal breit und man erkennt, dass es ein alter, früher mal oft begangener, gepflasterter Weg ist. Sehr oft erfreue ich mich an der schöne Aussicht. Ich laufe oberhalb der Bahnlinie bis der Weg hinabführt. Nun folge ich den Bahnschienen durchquere einen kurzen Tunnel und bin schließlich in Idalgashinna. Ich spaziere noch durch eine Teeplantage bis ich schließlich um 1 Uhr den Zug zurück nach Haputale nehme. Am Nachmittag besuche ich den Hindutempel, der sich in Richtung zu den Sherwood Teeplantagen befindet. Es ist ein kleiner schlichter Tempel. Nun fängt es schon wieder an zu regnen und ich kehre um.

Donnerstag (Wandervorschlag durch den Urwald)

Der Weg beginnt am Forsthaus(Ranch Forest) in Haputale, ich laufe einen Asphaltweg der bald in einen schmalen beschilderten Weg einmündet. Man sieht mehrer Wege, die durch den Urwald führen. Der ausgeschilderter Weg ist ein Rundweg, doch ich versuche weiter gerade aus zu laufen. Nach etwa einer halben Stunde und ein wenig Suchen komme ich oberhalb der Sherwood Teeplantage raus. Von dort laufe ich nach links durch die Teeplantage bergab, überquere eine Straße und weiter geht es oberhalb der Bahnlinie durch eine weitere Teeplantage. Nun geht der Weg nicht weiter und ich durchquere einen lichten Wald zur Straße, die in Richtung Diyatalawa führt. Ich fühle einen Schmerz an meinem rechten Arm. Na so ein Mist, saugt doch ein Blutegel an mir. Ich zünde mir eine Zigarette an und halte die Glut so lange an das Tier, bis es von mir abläst. Ich folge der Straße bis Diyatalawa und stoße auf Gleisanlagen. Da ich keinen anderen Weg finde, laufe ich die Schienen entlang, überquere noch zwei abenteuerliche Brücken und bin endlich in Bandarawela. Ich habe Glück und bekomme gleich einen Bus, der mich wieder nach Haputale bringt. Ich sitze beim Abendbrot und ein singhalesischer Reiseleiter empfiehlt mir ein Gästehaus in dem Ort Dalhousie, der morgen mein Ziel ist. Er ruft noch jemanden an und verspricht mir, dass ich kostenlos von Hatton abgeholt werde.

Freitag

Ich fahre 7:40 Uhr nach Hatton - die Zugfahrt ist, wie immer, ein Erlebnis. 11 Uhr bin ich in Hatton, Tuk-Tukfahrer strömen auf mich ein. Aber keiner ist der verabredete Fahrer. Also muss ich den Busbahnhof suchen. Die Stadt ist wieder mal schrecklich. Ich habe Glück: Ein Mann hilft mir, führt mich zum Busbahnhof und zeigt mir einen Bus der nach Maskeliya fährt - von dort soll ein Bus weiter nach Dalhousie fahren. Als ich in Maskeliya bin und meinen Rucksack schon in den Bus verstaut habe, der nach Dalhousie fährt, werde ich angesprochen. Man entschuldigt sich, dass man nicht pünktlich am Bahnhof war. Ich steige in das Auto und werde zum Hotel Punsisi Rest gefahren. Dort bekomme ich ein Zimmer für die vereinbarten 1000 Rupien. Das Zimmer ist groß und sauber. Nur die Dusche wird durch einen viel zu kleinen elektrischen Durchlauferhitzer gespeist. Da es keine Mischbatterie gibt, muss man die Temperatur am Regler einstellen, was zur folge hat, dass nur spärlich Wasser fließt. Die Gegend ist fantastisch, im Tal fließt ein Fluss und die Hänge sind teils bewaldet oder mit Teeplantagen bewachsen. Teepflückerinnen winken mir freundlich zu. Ich komme zu einem sehr schön gelegenen Gästehaus, dem River View Wathsala Inn, mit dem Blick auf das Flusstal und trinke dort einen Tee. Die Zimmer in dem Gästehaus sind schöner als in meinem Hotel und das für denselben Preis. Ich möchte in der Nacht zum Adams Peak(Sri Pada) aufsteigen und vereinbare,in meinem Hotel, dass man mich um 2 Uhr weckt.

Sonnabend

Es klopft an meiner Zimmertür, es ist 1:30 Uhr. So zeitig wollte ich wirklich nicht aufstehen. Ich döse noch etwas und packe dann meinen Rucksack, bloß genügend zu trinken mitnehmen und vor allem auch warme Sachen. Meinen einen Trekkingstock, den ich im Reisegepäck, mitführe nehme ich auch mit. Die Stirnlampe auf dem Kopf festgemacht und los geht es. Ich komme aus dem Hotel und sehe in der Dunkelheit schon mehrere Lichter blitzen, aus meinem Hotel kommt ein Pärchen aus Deutschland und ich schließe mich ihnen an. Die Nacht ist sternenklar. Wir sind guter Zuversicht, dass wir den Sonnenaufgang auf dem Adams Peak sehen. Nun fangen auch gleich die Treppen an, mehr als 4000 Stufen sollen es bis zum Gipfel sein. Wir kommen gut voran. Man hat gelegentlich beleuchtete Abschnitte. Neben mir höre ich den Fluss rauschen. Der Torbogen und die Heiligtümer(Buddhafiguren, Ganesha -Figuren) sind angestrahlt. Es hat was Mystisches. In der nähe der Friedenspagode steht ein buddhistischer Mönch, uns werden Gebetsbänder umgebunden und wir schreiben uns in ein Buch ein. Selbstverständlich wird hier etwas gespendet. Wir stoßen auf immer mehr Menschen, manche schlecht bzw. nicht gerade ideal ausgerüstet. Viele haben Sandalen (Badeschuhe) und kurze Hosen an. Die Nacht ist feucht und nicht selten hat jemand mehrere Blutegel an seinen Beinen. Die Treppen werden steiler und schmäler und haben jetzt ein Geländer. Mit Hilfe meines Stockes komme ich gut voran. Leider zieht jetzt Nebel auf und es wird sehr kalt. Nach 2,5 Stunden bin ich ganz überrascht als ich am Kloster auf dem Gipfel stehe. Oben leben mehrere Leute vermutlich von den Pilgern, es wird Tee und ein Raum zum Aufwärmen angeboten. Das kann auch wirklich notwendig werden, denn es ist jetzt saukalt. Es ist 5 Uhr und wir müssen alle noch eine halbe Stunde bis zum Sonnenaufgang warten. Wir haben noch Hoffnung, dass der Nebel wegzieht. Ein Mönch kommt mit einer Trommel hoch und schließt das Kloster auf, ich ziehe meine Schuhe aus, es ist eiskalt an den Beinen. Ich laufe einmal um das Kloster und läute die Glocke, die wie man mir berichtet, so oft anschlägt wie man den Berg bezwungen hat. Mittlerweile ist es hell, aber der Nebel hat sich nicht verzogen. Ich warte nun schon fast zwei Stunden und mache mich auf dem Rückweg. Nun bin ich wirklich froh meinen Wanderstock zu haben. Die Stufen abwärts machen einigen besonders zu schaffen. Fast unten, komme ich aus dem Nebel. Ich laufe einen Rundweg zu einem Tamilendorf im Tal, um schließlich wieder zu dem schönen Gästehaus River View Wathsala Inn zu gelangen. Dort gönne ich mir ein Bier und habe eine interessante Unterhaltung mit zwei Deutschen die 14 Tage in Burma waren. Wäre sicher auch mal eine Reise wert.

Sonntag(dritte Woche)

In der Nacht klopft es an verschiedenen Türen. Ob die anderen heute mehr Glück haben mit der Sicht auf dem Adams Peak? Ich werde den Tag heute ruhig angehen, denn meine Knie merke ich schon. In meinen Gedanken schwebt mir, vor am nächsten Tag noch einmal den Adams Peak zu besteigen um auf der anderen Seite in Richtung Rathnapura abzusteigen und das ganze mit dem gesamten Gepäck. Ob das gut geht? Ich werde mich vorerst kundig machen. Als ich aus meinem Hotel trete, sehe ich eine große Regsamkeit. Es werden überall Vorbereitungen getroffen für die in der nächsten Woche beginnende Pilgersaison, die am Vollmond im Dezember jeden Jahres beginnt und mit dem letzten Vollmond im Mai endet. Die Stufen werden ausgebessert, Unterkünfte und Sanitäranlagen werden errichtet. Auch die Lichtanlagen werden repariert. Heute wandere ich oberhalb des Tales auf der rechten Seite entlang, treffe auf viele Holzsammler. In den Dörfern wird zum kochen meistens Holz verwendet. Viele fragen mich nach Geld. Die Kinder meistens nach Kugelschreibern. Wobei die Kugelschreiber in Sri Lanka preiswert sind. Ist vermutlich ein Sammelobjekt oder noch aus der Zeit,als es nicht genügend Stifte gab. Sie lassen sich alle sehr gerne fotografieren, natürlich meist mit der Erwartung dabei etwas Geld zu bekommen.- Bekommen sie natürlich auch von mir. Vereinzelt trifft man auch auf sehr dreiste Bettler, die mit 50 Rupien nicht zufrieden sind. Oberhalb des Tales habe ich eine schöne Aussicht auf den Castlereag und Maussakelle – Stausee. Die Spitze des Adams Peak ist auch heute von Wolken umgeben. Auf meinen Rückweg werde ich noch von einer tamilischen Familie zum Tee eingeladen. Der einzige Stuhl im Raum ist Plastikstuhl mit einer kaputten Lehne, der mir angeboten wird. Alle Einheimischen bestätigen mir, dass man den Weg von Adams Peak nach Ratnapura gut gehen kann, er wäre etwa 16 km lang. Anhand meiner Karte weis ich, dass es bei weitem weiter ist. Ich hoffe, dass ich im Ort Palabaddale, auf der anderen Seite des Berges eine Fahrgelegenheit nach Ratnapura habe. Im Hotel packe ich mein Reisegepäck zusammen. Ich will mich morgen nicht so zeitig wecken lassen, das wichtigste ist, das meine Kraft für mein Vorhaben ausreicht.

Montag

Ich wache 2:30 Uhr auf. Es ist 3 Uhr und ich bin auf dem Weg, die Nacht ist wieder sternenklar. Vielleicht habe ich heute mehr Glück. Aber diesmal bin ich offenbar der Letzte der losgegangen ist. Der Weg ist diesmal beleuchtet, offensichtlich hat man die Lichtanlage probehalber eingeschaltet. Es gibt nur wenige Abschnitte, die unbeleuchtet sind. Diesmal treffe ich an der Pagode nicht den Mönch. Es ist nun eine halbe Stunde vergangen und ich überhole den ersten japanischen Touristen. Ich weis nicht, was mir die Kraft gibt, mit meinem schweren Reisegepäck weitere Menschengruppen zu überholen. Als ich auf dem steilen Abschnitt des Weges bin, habe ich nicht mehr viel Zeit bis zum Sonnenaufgang der etwa 6:30 Uhr ist. Ich nehme meine letzten Kräfte zusammen. Immer schön gleichmäßig und kontinuierlich gewinne ich an Höhe. Die Dämmerung beginnt und mit letzter Kraft, noch völlig außer Puste erlebe ich den Sonnenaufgang auf dem Adams Peak. Touristen aus Israel singen Lieder dabei. Den so oft beschriebenen fantastischen Ausblick kann ich nur bestätigen. Ich halte Ausschau nach dem Weg, der mich nach Ratnapura bringen soll und tatsächlich gibt es eine schmale steile Treppe, die erst vor Kurzem vom Gestrüpp befreit wurde. Oh, der Abstieg hat es in sich, so weit wie mein Blick reicht, sehe ich keine Ortschaft, nur Urwald. Die Treppen nehmen kein Ende und Ratnapura liegt fast 2000m tiefer. Also fast die doppelte Abstiegshöhe wie nach Dalhousie. Es sind zwei Stunden vergangen und ich treffe auf die ersten Arbeiter. Sie sind dabei die Unterkünfte und Stufen instand zu setzen. Ich frage wie weit es bis Palabaddale ist. Die Antwort ist: 10 km. Weiter geht es die Stufen hinab, ich komme an illegalen Diamantensuchern vorbei. Sie haben einen Bach umgeleitet und schaufeln einen Hang frei. Später werde ich von ihnen überholt, sie begrüßen mich freundlich. Offt hört man Sprengungen, vermutlich von Diamantensuchern. Von Bäumen schauen mich die Weißbartaffen an. Ringsherum ist Urwald. Ich komme an einer Siedlung vorbei und werde etwas misstrauisch angesehen. Es sollen immer noch 7 km bis nach Palabaddale sein. Mittlerweile weiß ich, d as von dort ein Bus nach Ratnapura fährt. Die Hitze ist kaum zu ertragen und ich teile mir mein Wasser ein. Es erscheinen Träger mit Baumaterial. Es ist immer noch keine Ortschaft zu sehen und die Stufen nehmen kein Ende. Es ist 12 Uhr und ich erreiche völlig erschöpft die Ortschaft Palabaddale. Auf dem Weg zur Bushaltestelle werde ich von einer Familie zum Tee eingeladen. Die Frau sagt mir, ihr Mann fährt Taxi. Die Fahrt nach Ratnapura kostet 800 Rupien. Ich trinke meinen Tee, vom Baum fällt eine Kokosnuss und der Mann teilt den erfrischenden Saft aus. Eigentlich hatte ich der Taxifahrt zugestimmt. Aber es passiert nichts weiter. Der Mann holt eine Schachtel mit einer weißen Masse und grüne Blätter hervor. Er rollt die weiße Masse in die Blätter und steckt sie sich in den Mund. Es dauert nicht lange und seine Zähne werden rot. Einigen Minuten später spuckt er die Masse aus. Jetzt weis ich, wie die Betelnuss verwendet wird. Ich sitze nun schon über eine Stunde bei der Familie und dränge zum Aufbruch. Eine wird eine Sitzbank von einem Tuk-Tuk wird aus dem Haus geholt und wir begeben uns zu einem Gemeindehaus, in dem sich eine Garage befindet. Die Sitzbank wird auf das Tuk-Tuk montiert und los geht die Fahrt. Die Straße ist sehr schlecht und nach einer Dreiviertelstunde werde ich am Ortseingang von Ratnapura abgesetzt. Ich habe auf der Stelle mehrere Leute um mich. Sie wollen mir Diamanten verkaufen oder kennen das beste Gästehaus in der Stadt. Aus meinem Buch (Sri Lanka von Steffan Lose) habe ich mir das Gästehaus „Travellers Halt Family Guest Inn“ ausgesucht und möchte es selber suchen. Die Leute werden immer aufdringlicher, ich steige in einen Tuk-Tuk ein, im selben Moment sitzt einer von den Schleppern schon neben mir. Ich steige sofort aus. Da kommt schon ein Autofahrer, der meint, dass es besser ist wenn ich mit Ihm mitfahre. Langsam nervt mich alles. Das nächste abseits stehende Tuk-Tuk ist meins. Erst ein Mal bloß weg von hier. Der Fahrer kennt das Gästehaus nicht. Er fährt mich zum Hotel „Family Guest Inn“ etwa 3 Km vom Zentrum entfern. Doch der Übernachtungspreis von 3000 Rupien übersteigt das von mir selbst gesetzte maximale Limit von 2000 Rupien. Nun lasse ich mich auf den Vorschlag des Fahrers ein, zu dem Gästehaus zu fahren, welches er mir schon die ganze Zeit empfiehlt. Fast schon in der Stadt nicht weit vom Busbahnhof, komme ich zu einem von außen unscheinbaren Gästehaus. Doch dahinter verbirgt sich ein Haus mit sehr gemütlichen und schönen Zimmern. Vom Balkon aus habe ich einen herrlichen Blick auf das Tal. Als erstes bestelle ich mir ein Bier. Für mich ist heute Schluss. In dem Gästehaus sind mehrer Rucksacktouristen, ich habe eine gute Unterhaltung mit einem Pärchen aus Deutschland. Das Essen ist auch sehr gut.

Dienstag

Heute möchte ich mir den hinduistischen „Maha Saman Devale“ Tempel ansehen. Ich will mir noch eine Visitenkarte vom Gästehaus geben lassen, aber so leichtsinnig wie ich bin marschiere ich los. Ich werde mir den Weg schon beim Hinunterlaufen merken. Kaum aus dem Haus kommt schon ein Tuk-Tuk des Weges und ich steige ein. Nach etwa 4 km bin ich angekommen. Schon vor dem Tempel sind eine Menge Verkaufsstände, die Opferschalen anbieten. Der Tempel ist dem Gott Saman, gewidmet, der in Sri Lanka und vor allem in der Umgebung des Adams Peak sehr verehrt wird. Es findet gerade eine Zeremonie statt und der Tempel ist voll Gläubige. Liebevoll werden die Opferschalen zurechtgemacht. Es ist ein schöner Tempel dessen Ursprung bis in das 13 Jahrhundert reicht. Aus dieser Zeit sind einige Reste im Mauerwerk eingebunden. Nach einer Stunde Besichtigung fahre ich mit dem Tuk-Tuk nach Ratnapura zurück. Aber in welcher Straße war mein Gästehaus? Irgendwie in der Nähe des Busbahnhofs... Ich laufe mehrere Straßen hinauf. Der Schweiß läuft mir von der Stirn, als ich endlich mein Gästehaus finde. Dort bestelle ich mir eine Portion Milchreis. Nun will ich die Stadt noch besichtigen. Als ich in die Altstadt komme, winken mir die Diamantenhändler (Schlepper) schon von weitem zu. Inzwischen habe ich schon drei Leute um mich. Ich soll mir unbedingt Diamanten ansehen. Man kann sie einfach nicht abwimmeln. Auf der Brücke am Fluss Kalaganga sehe ich Massen von Flughunden. Leider kann ich nicht in Ruhe fotografieren, weil ich schon wieder diese Typen um mich habe. Nun gesellt sich auch noch ein vierter Mann mit Schlips und Anzug dazu. Er zeigt mir, dass er autorisierter Diamantenhändler ist. Na gut, sage ich mir, schau ich mir halt mal ein paar Steine an. Ich gehe gerade die enge Treppe zu seinem Geschäft hoch. Doch plötzlich habe ich noch vier Typen hinter mir. Ich drehe auf der Stelle um. Sie laufen mir hinterher und versprechen mir, dass nur zwei Leute mit in den Raum kommen. Ich will davon nichts mehr wissen, wenn sie nur endlich abhauen. Aber nein, sie laufen mir auf beiden Straßenseiten hinterher. Ich verschwinde in einer Bank und bin die Typen los. Nun kann ich in Ruhe durch die Stadt gehen. Die Händler sind sehr freundlich und lassen sich gerne fotografieren. In vielen Läden wird getrockneter Fisch verkauft. Manche Exemplare sind riesig. Oft sieht man die Fische am Straßenrand zum Trocknen ausgelegt. Was man mit dem Fischen so machen kann und wo sie überall drin sind, bleibt mir ein Geheimnis. Morgen möchte ich bei Zeiten nach Bentota.

Mittwoch

Da mein Gastgeber Diamantenhändler ist, lasse ich mir in Ruhe die verschiedenen Edelsteine erklären. Als Souvenir kaufe ich für meinen Jungen zwei winzige Rohdiamanten. Ich bin mit dem Bus unterwegs nach Panadura. Die Busfahrt zieht sich in die Länge. Für nur 50 km brauche ich 2,5 Stunden. In Panadura angekommen, erkundige ich mich nach eine Zugfahrt nach Bentota. In einer Stunde fährt ein Zug nach Aluthgama. Der Ort liegt 6 km davon entfernt. Man empfiehlt mir, mit den Bus zu fahren. Aber ich finde Bahnfahrten einfach schöner und kaufe mir eine Fahrkarte nach Bentota. Die Bahngleise verlaufen unmittelbar am Meer entlang. Die Fischer haben gerade noch den Platz, um ihre Boote auf den Strand zu ziehen. Menschenmengen in der Größe einer Dorfgemeinschaft sind beschäftigt, die Netze einzuziehen. Als ich in Aluthgama ankomme, warten schon viele Tuk-Tukfahrer. Viele Leute steigen in einen auf dem Nachbargleis wartenden Zug. Ein Fahrer bedrängt mich mit ihm zu fahren. Er gibt mir zu verstehen, dass kein Zug nach Bentoto fährt. Ich bin zwar misstrauisch, aber ich gehe auf sein Angebot ein. Er empfiehlt mir ein Gästehaus. Da ich nicht das gleiche wie in Ratnapura erleben will, gehe ich auf seinen Vorschlag ein. Etwa 2 km hinter Bentota halten wir am Gästehaus „Palm Beach Inn“. Dort stehen mehrere auf Stelzen gebaute Bungalows und ein festes Gebäude mit vier Gästezimmern. Das Zimmer riecht sehr muffig, aber ich nehme es. Gleich hinter der Ferienanlage verlaufen die Bahngleise und dahinter beginnt der Strand. Der Besitzer und seine Frau sind sehr freundlich. Als ich unterwegs zum Ort bin, muss ich feststellen, dass meine Unterkunft doch ganz schön weit vom Zentrum liegt. Ich erkundige mich nach einem Gästehaus aus meinem Reiseführer und schon habe ich einen Begleiter. Leider gibt es das Gästehaus aus meinem Buch nicht mehr. Wir laufen zu einem Haus, mir wird ein sehr schönes Zimmer gezeigt und ich vereinbare morgen zu kommen. Ich bezahle meinen Begleiter und schaue mir den Ort an. Der Ort ist übersichtlich, es gibt viele Läden und Restaurants. An den meisten wird mehrsprachig informiert. Auch die russische Sprache fehlt dabei nicht. An einem Park in der Nähe vom Bahnhof gibt es das Informationszentrum. Nicht weit davon ein Polizeiposten . Polizisten halten ein Auto an, das rasend den Fußgängerweg überfahren hat. Mit zwei Flaschen Bier im Rucksack, die ich auch diesmal wieder in einem Spezialgeschäft gekauft habe, mache ich mich auf den Rückweg. Im Palm Beach bin ich der einzige Gast. Mein Gastgeber ist sehr traurig darüber dass ich morgen schon abreisen will. Mein Abendessen, wieder Curry und Reis ist sehr gut.

Donnerstag

Ich trinke einen Tee und verabschiede mich. Mit einem Tuk-Tuk fahre ich zu meinem neuen Quartier. Ich laufe an der Lagune entlang und komme zu einem Bootsverleih. Der Preis von 1200 Rupien für eine Stunde mit dem Motorboot ist mir dann doch zuviel. Interessehalber erkundige ich mich 50 m entfernt bei dem Bootshaus "Little Swan", noch einmal nach einer Motorbootfahrt. Für 1500 Rupien für zwei Stunden bin ich dabei. Mein Bootsführer spricht deutsch, er erklärt und zeigt mir viel. Wir fahren in den Mangrovenwald. Einfach fantastisch, so etwas habe ich noch nicht gesehen. Für nur kurze Zeit kann ich ein kleines Krokodil sehen. Dafür aber des Öfteren Warane ,Wasservögel und massenhaft Flughunde. Ein Taucher zeigt uns seine gefangenen Garnelen. Mein freundlicher Begleiter erklärt mir, dass man aus den Luftwurzeln der Mangroven Korken herstellt. Ich laufe bis zu dem Ort Aluthgama und komme an einem Kalkbrennofen vorbei. Sehr interessant ist die Technologie, die schon die alten Römer anwandten. An den zwei Tempeln, die in meiner Karte eingezeichnet sind, komme ich nicht vorbei. Heute möchte ich Fisch essen. Unmittelbar neben dem Bahnhofgebäude ist ein sehr schönes Restaurant, das zu dem Hotel Serendip gehört. Es macht einen sehr sauberen Eindruck. Die Bedienung und das Essen sind perfekt. Das Bier für 180 Rupien ist das preiswerteste, was ich jemals getrunken habe. Als ich in meinem Quartier komme, lädt mich der Gastgeber, der ganz nebenbei auch der Besitzer eines großen Hotels ist, zu einem Glas Whisky ein. Er spricht etwas Deutsch, war schon einmal bei Freunden in Deutschland. Wir haben ein gutes Gespräch.

Freitag

Ich werde in das Haus gebeten und bekomme ein sehr reichhaltiges Frühstück, das aus gebratenem Ei, Brot, Butter, Marmelade und Obst besteht. Dazu gibt es noch eine Kanne Tee. Heute möchte ich zu einer der schönsten Städte Sri Lanka fahren: nach Galle. Ich komme in Galle an. Der erste Eindruck ist nach der Ankunft ziemlich ernüchtern. Ich laufe in Richtung Festung. Unterhalb der Festung von einer Stadtmauer umgeben, befindet sich der alte Stadtkern. Der Bereich ist für den Autoverkehr gesperrt. Die Häuser sind zum größten Teil renoviert und im holländischen Kolonialstil. Es gibt zwei gut erhaltene Kirchen. Für eine Spende darf man in den Kirchen fotografieren. Von der begehbaren Stadtmauer hat man einen schönen Blick auf das Meer. Viele hübsche kleine Restaurant und Gästehäuser gibt es hier. Das ist der so oft beschriebene Charme von Galle. Das ganze Arial ist nicht sehr groß. Vieleicht wäre es besser gewesen ich hätte meine Reise von Ratnapura über Colombo zu der Stadt Anuradhapura oder zur der Felsenfestung Sigiriya fortgesetzt. In Galle gibt es noch einiges anzusehen, aber die Abgase und die Hitze im Rest der Stadt machen die ganze Sache nicht zu einem Vergnügen. Ich sehe mir noch die Bischofskirche St. Mary's an. Zurück in Bentota möchte ich mir noch die zwei buddhistischen Tempel ansehen. Sie sollen sich etwas außerhalb an den Lagunen befinden. Mit dem Tuk-Tuk fahre ich zu dem Tempel Wanawasa, es ist ein neuer Tempel. Weil es bald dunkel wird, halte ich mich dort nicht zu lange auf. Weiter geht es zum Raja Mahaviharaya Tempel. Man ist gerade dabei Vorbereitungen für die nächste Woche beginnende Pilgersaison zu treffen. Baumaterial stapelt sich auf dem Klostergelände. Es werden Lichterketten aufgehängt. Schade, schlecht zum Fotografieren. Im Innenraum befindet sich ein Liegender Buddha, die Wände sind ausgemalt. Wie alt die Anlage ist, kann man schwer schätzen. Einige Objekte haben sicher schon einen sehr alten Ursprung. Für die Buddhisten muss er eine große Bedeutung haben. Ich fahre zurück und gehe in meinem Restaurant vom gestrigen Tag. Am Abend sitze ich zusammen bei meinem Gastgeber und seiner Familie.

Sonnabend

Heute ist nun mein vorletzter Tag in Sri Lanka. Mein Zug fährt um 7:40 Uhr. Die Zugfahrt führt an der Küste entlang, um 11:30 Uhr bin ich in Colombo. Da meine Weiterfahrt nach Negombo um 14:00 Uhr sein soll, begebe ich mich in die Stadt. Heute ist Markttag und quirlige Massen von Menschen drängeln sich an Ständen vorbei. Die Polizei hat die Innenstadt für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Nur die Lieferfahrzeuge versuchen verzweifelt, sich ihren Weg durch die Massen zu bahnen. Ich möchte einen hinduistischen Tempel besuchen, doch er schließt gerade. Die meisten hinduistischen Tempel sind nur vormittags für die Öffentlichkeit zugänglich. Schließlich komme ich zum zentralen Marktplatz. Direkt an der ehemaligen Markthalle schließen sich die überdachten Marktstände an. Auf dem Rückweg, am Fußgängerübergang zum Bahnhof sitzt eine Bettlerin mit ihren zwei Kindern. Ich kaufe noch schnell drei Roty, die ich ihr überreiche. Ich finde das besser als Geld. In Negombo angekommen, nehme ich ein Tuk-Tuk zu meinem Quartier vom ersten Tag in Sri-Lanka. Leider bekomme ich nicht das gleiche Zimmer. Diesmal habe ich ein sehr muffiges Zimmer. Meine Toilette teile ich mir mit den Gästen. Am Strand erlebe ich nun zum letzten Mal in diesen Urlaub den Sonnenuntergang. Ein Hochzeitsehepaar hat ein Fotoshooting. Es wird dunkel und ich habe die Hoffnung das Pärchen aus Ratnapura zu treffen, das morgen mit mir in den Flieger steigt. Ich habe Glück. Wir begegnen uns und gehen zum Restaurant in meinem Gästehaus. Ich bestelle mir ein Essen und wir schwatzen noch eine ganze Weile über unsere Erlebnisse.

Sonntag

Gegenüber von meinem Gästehaus leihe ich mir wieder ein Fahrrad aus und fahre in Richtung der Lagunen. Vorher vereinbare ich mit einem Tuk-Tukfahrer der mich um 15 Uhr an meinem Gästehaus abholen soll den Preis zum Flughafen. Ich komme an einem hinduistischen Tempel vorbei der geöffnet ist. Sofort habe ich einen Begleiter der mir den Tempel zeigen will, er spricht etwas deutsch. Ich wasche mir meine Füße und betrete den Tempel. Der Singhalese verweist auf einige Sehenswürdigkeiten. Nach der Besichtigung möchte er, wie kann es auch anders sein Geld. Da ich kein Kleingeld habe weil ich mir für meinen letzten Tag das Geld eingeteilt habe, bekommt er von mir kein Geld. Er wird etwas böse und ich soll ihn Euro geben. Auch das verneine ich und fahre weiter in Richtung Lagune. In der Nähe vom Fischmarkt kann ich noch Reste aus der portugiesischen Kolonialzeit erkennen. Es ist Mittag und ich kehre um. Unterwegs kaufe ich mir für die Wartezeit im Flugplatz noch etwas ein. Im Restaurant meines Gästehauses esse ich noch einmal richtig und setze das restliche Geld in Bier um. Pünktlich um 15 Uhr ist mein Fahrer da und ich fahre zum Flughafen. Am Flughafen habe ich noch Zeit, ich möchte noch eine Zigarette rauchen und verlasse an einem Militärposten den Flughafen. Doch zurück vorbei am Militärposten geht es nicht mehr, ich muss den Flughafen umlaufen, um wieder an das Eingangsportal zugelangen. Zum Glück reicht die Zeit dazu. Ich treffe das Pärchen von gestern wieder und wir Checken um 18 Uhr ein. Pünktlich um 5 Uhr morgens bin ich in Frankfurt.